Kultur und Geschichte - Ortsgeschichte Baasem


"Ein Dorf mit fast 1400-jähriger Vergangenheit" Geschichte von Baasem 

Blick auf Baasem vom Ermberg aus

Blick auf Baasem vom Ermberg aus

ca. 7.Jh.
Baasem entsteht als frühfränkische Siedlung. Der Name "Baasem" wird gedeutet als Heim des Franken "Basino" oder "Baso".

867
Baasem wird im goldenen Buch der Abtei Prüm bereits als Ort genannt.
Eine große Rolle spielt für die Frühgeschichte Baasems die Abtei Stavelot-Malmedy, die hier größere Liegenschaften besitzt.

Ausschnitt aus der Urkunde vom 20.01.867

Ausschnitt aus der Urkunde vom 20.01.867

1130 u. 1135
In urkundlichen Erwähnungen wird der Abtei Stavelot-Malmedy der Besitz von 400 Hektar Land in Baasem bestätigt.

1140
Dieser Besitz wird dem damaligen Abt von Stavelot-Malmedy von Papst Innozens II. noch einmal bestätigt.

seit 1357
Die jeweiligen Inhaber der Burg in Baasem verwalten die umfangreichen Ländereien der Abtei in Baasem. Standort der Burg war wahrscheinlich "auf der Bleiche" (südl. der Kirche).

12. und 13.Jh.
Zu dieser Zeit ist ein Geschlecht von "Basenheim" nachzuweisen.
Das Dorf ist landwirtschaftlich geprägt. Die Bevölkerung wächst, aber eine Steigerung der Ernten ist kaum möglich. Das führt dazu, dass manche Familien und wagemutige Männer in Städte verziehen, in denen es vielerlei Beschäftigungsmöglichkeiten gibt. Manche wandern gar in deutsche Ostgebiete bzw. in den Balkan aus. Wahrscheinlich sind im 12. Jh. Baasemer Familien nach Siebenbürgen gezogen, die ihrer neuen Siedlung den Namen des zurückgelassenen Heimatortes "Basenheim" gegeben haben.

Kirchenburg Baaßen in Siebenbürgen

Kirchenburg Baaßen in Siebenbürgen

12. und 13.Jh.
Der ab 1300 übliche Übergang von der Natural- zur Geldwirtschaft wird nicht mit vollzogen, weil Baasems einzige Einnahmequelle die Erträge seiner Landwirtschaft sind. Noch Jahrhunderte später erhält Baasems Pfarrer kein Geld, sondern Naturalien. Selbst bei Geldschulden erfolgt die Zinszahlung durchweg weiter in Naturalien.
Ab 1450 finden viele Männer aus Baasem direkt oder indirekt als Zulieferer in den Eisenwerken der Kronenburger Hütte und der Hammer-Hütte Arbeit. Dennoch bleibt das Dorf überwiegend landwirtschaftlich geprägt.

14.Jh.
Das Geschlecht von "Basenheim" steigt in den Ritterstand auf. Bis zum 14.Jh. kann Baasem seine Eigenständigkeit behaupten, bevor es sich schließlich dem starken Nachbarn Kronenburg unterwerfen muss. Damit gehört es landesherrlich zu Luxemburg.

ca.1485
Bis zu dieser Zeit bewohnt ein Zweig der insgesamt 5 Familien von Basenheim die Baasemer Burg. Die übrigen Familien leben in der Südeifel, an der Mosel und im Luxemburgischen als Burgvögte, Amtmänner und Schöffen. In der Folgezeit wechselt der Besitz der Burg an verschiedene adelige Familien.

ab 1649
Die Baasemer Burg geht in den Besitz des Geschlechts von Engelberg zu Orsbach über, das im 18.Jh. verarmt. Danach wird die Burg abgetragen.

1618-1714
Die Bevölkerung leidet unter den Folgen der fast 100 Jahre andauernden Kriege. Sie muss die das Dorf belagernden Soldaten ernähren und ihre Pferde füttern. Daher fehlt den Einheimischen selbst oft das Nötigste zum Leben. Sie haben unter Verwüstungen, Plünderungen, Brand und Verheerung ihrer Äcker zu leiden. Hinzukommt die Angst, von irgendjemand der "Hexerei" angeklagt zu werden.

18.Jh.
Die Eifel erholt sich wieder und erreicht sogar einen eigenen Wohlstand. Die Bauern können die Früchte ihrer Äcker wieder selber ernten und darüber nach eigenem Ermessen verfügen. Der Kartoffelanbau beginnt, zunächst aber nur als Viehfutter. Zu dieser Zeit können nur wenige Menschen in der Eifel lesen und schreiben. Zunächst werden Baasemer Jungen (seit 1659) in der Kronenburger Schule, die bereits seit 1602 besteht, unterrichtet. Ab ca. 1750 leisten sich die Baasemer einen eigenen Schulbetrieb.

Familie bei der Kartoffelernte

Familie bei der Kartoffelernte

Die erste bekannte Schule (um 1800)

Die erste bekannte Schule (um 1800)

1794
Im Zuge der französischen Revolution besetzen die Franzosen im Oktober 1794 auch die Zentraleifel. Obwohl die meisten Bewohner den Franzosen gegenüber skeptisch und zurückhaltend sind, begrüßen sie doch die neuen Maßnahmen, die "Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" mit sich bringen: keine Frondienste und keine Zahlung des Zehnten mehr, die Beseitigung des Ständesystems, Zünfte und Gilden verschwinden und bringen so die freie Berufswahl für die Jugendlichen.

1795
Mit der Eingliederung des Herzogtums Luxemburg, also auch des Gebietes der ehemaligen Herrschaft Kronenburg, in die französische Republik, werden die Baasemer Franzosen. Nun bekommen sie die ganze Härte der kirchenfeindlichen französischen Gesetze zu spüren.

1804
Napoleon hat zwischenzeitlich als Kaiser die Macht übernommen und Frieden mit der Kirche geschlossen. Ein 1803 erstellter Erhebungsbogen über die im Dorf ausgeübten Berufe belegt, dass die große Mehrheit der Männer Bauer oder Arbeiter ist. Zu dieser Zeit sind viele Jungmänner von den Franzosen zum Kriegsdienst eingezogen worden.

bis 1814
Während der Franzosenzeit bilden Baasem und Kronenburg zusammen eine Gemeinde. 1803 sind die Baasemer Josef Faymonville und Johann Matthias Baum in Baasem und auch in Kronenburg hauptamtliche Bürgermeister bzw. Stellvertreter.

1814/15
Auf dem Wiener Kongress wird die Neuordnung Europas festgelegt. Wasserläufe gelten nach damaliger Auffassung als Grenzen. Damit ist die Zugehörigkeit zu Luxemburg beendet.

1816
Erbe ist Preußen, das jedoch kleine Fürsten, die bei der Landverteilung zu kurz gekommen sind, entschädigen muss. So weist Preußen dem Großherzog von Mecklenburg-Strelitz eine Landfläche in der Eifel zu, die ehemaligen Kantone Schleiden, Reifferscheid und Kronenburg, somit auch Baasem.

Mai 1819
Der Großherzog verkauft seinen Besitz in der Eifel für 3Millionen Mark an Preußen.

1822
Preußen bildet die Rheinprovinz und teilt der Eifel vier Regierungsbezirke zu, der Südeifel Koblenz und Trier, der Nordeifel Köln und Aachen. Die links der Kyll befindlichen Dörfer Kronenburg, Berk, Baasem und Dahlem kommen zum Regierungsbezirk Aachen und gehören zum Kreis Gemünd, dessen Verwaltung 1829 in das Schloss nach Schleiden verlegt wird und fortan "Kreis Schleiden" heißt.

Zu dieser Zeit ist Baasems Haupteinnahmequelle immer noch die Landwirtschaft. Bereits um 1800 wird in Baasem ein Käse hergestellt, der in der nahen und weiten Umgebung einen guten Ruf genießt. Die Produktion des "Baasemer Käs’" lässt erst ab dem 1. Weltkrieg nach. Er wird aber 1920 noch hergestellt. Die günstigen Kalkböden wissen die Baasemer geschickt zum Kohlanbau, wie auch zur Aufzucht von Jungpflänzchen zu nutzten. Durch deren Absatz auf den Märkten im Umland (bis nach Malmedy, Prüm und Schleiden) erhalten die Baasemer den Beinamen "Boosemer Kappesburen".

1816/17
Missernten durch zu kühle Temperaturen führen zu einer großen Hungersnot. Die Eifel erhält aus der Ostprovinz Preußens Getreidelieferungen geschenkt und bekommt von Bürgern Berlins und anderer Städte Preußens Geldbeträge aus freiwilligen Sammlungen. Fortan wird unser Eifelgebiet "preußisch Sibirien" genannt.

Blick auf Baasem im Winter

Blick auf Baasem im Winter

1830 - 1840
Während die 2. Hälfte der 20er Jahre bessere Ernten gebracht hat, folgen nun mehrfach Krisenzeiten. Welche große Not tatsächlich in Baasem geherrscht hat, beweist die Zahl der Sterbefälle des Jahres 1837. Es werden 32 Tote registriert, darunter 16 Kinder unter 6 Jahren (in den darauf folgenden Jahren liegt die Zahl der Sterbefälle bei 14).

1850/1859
Die Eisenindustrie der Eifel, einst wichtiger Wirtschaftsfaktor, entwickelt sich in der Preußenzeit rückwärts. Mangelnde Nachfrage, hohe Herstellungskosten und zu weite Transportwege bewirken die Schließung der Kronenburger-Hütte (1850) und schließlich auch die der Hammer-Hütte (1859). So verlieren viele Männer ihren Arbeitsplatz und sind gezwungen fortzuziehen.

1902
Das erste Fahrrad kommt nach Baasem.

1905
Das erste Auto steuert Baasem an. Der damalige Eigentümer des Simmelerhofes, der Gummiwaren- und Reifenfabrikant Franz Clouth aus Köln, wird von seinem Chauffeur bis zum Schulhof nach Baasem gebracht, von wo aus er mit der Kutsche zum Simmelerhof gebracht wird.

Blick auf den Simmelerhof, der um 1485 entstanden sein dürfte

Blick auf den Simmelerhof, der um 1485 entstanden sein dürfte

1906
Nun ist jedes Haus im Ort Baasem an die Wasserleitung angeschlossen.

1914
Baasem wird an das überregionale Stromnetz angeschlossen. Der Strom dient zunächst nur der Lichtversorgung und wird auch nur sehr sparsam verbraucht, weil die Geldmittel immer noch sehr knapp sind.

1914/1918
Während in Baasem dank des elektrischen Stroms die Lichter angehen, "gehen die Lichter in Europa aus" - der 1. Weltkrieg beginnt (1914).
Die jungen Männer werden eingezogen und einigen Bauern werden die Pferde und Wagen beschlagnahmt. Die 1915 verfügte Rationalisierung der Lebensmittel, wie Brot, Butter, Milch, Kartoffel, Eier und Fleisch, ist in den Städten stärker zu spüren. Dies bewirkt einen blühenden Schwarzmarkthandel.
Bis 1917 werden immer mehr Männer eingezogen. Die älteren Schulkinder erhalten Urlaub, um ihren Müttern in der Landwirtschaft zu helfen.
Baasem hat nach Kriegsende (1918) 22 Gefallene und vier Vermisste zu beklagen.

1919-1932
Die Jahre der Weimarer Republik sind im Allgemeinen schlimme Notjahre, immer wieder verstärkt durch Missernten. In solchen schwierigen Zeiten suchen die Menschen Ablenkung und auch Tage bzw. Stunden der Freude. Das hat zur Folge, dass in Baasem ein reges Vereinsleben entsteht. Es werden ein Theater-, ein Gesangs- und der noch heute bestehende Musikverein "Lyra -Baasem" (1922) gegründet

1935
In Baasem werden die ersten Jungmänner zum Arbeitsdienst eingezogen. Fast alle haben jetzt einen festen Arbeitsplatz, die Männer Baasems z.B. beim Aufbau der Ordensburg Vogelsang. Beim Bau der Malerakademie Kronenburg (heute Lehrerfortbildungsstätte) finden überwiegend Baasemer Handwerker und Arbeiter eine Anstellung. Man verdient so viel Geld wie nie zuvor. Auch das neu eingeführte Kindergeld bringt zusätzliche Einnahmen.

1937-1940
Die grenznahen Dörfer werden in den Bau des Westwalls einbezogen. Hunderte Männer, Soldaten und Zivilisten müssen bei uns untergebracht werden, teils im Dorf oder in neu errichteten Baracken. Das Verhältnis zwischen den Soldaten und Zivilbeschäftigten und der Dorfbevölkerung ist im Allgemeinen recht gut.

Feldküche, die von Soldaten während der Einquartierung um 1939 benutzt wurde

Feldküche, die von Soldaten während der Einquartierung um 1939 benutzt wurde

25.08.1939
Kurz vor Kriegsbeginn erhalten viele junge Männer den Stellungsbefehl. Die Verdunklungsanordnung tritt in Kraft. Helle Außenanstriche müssen mit einer Tarnfarbe überstrichen werden. Direkt hat der Kriegsbeginn bei uns keine Auswirkungen.

Winter 1942/43
Nach schweren Niederlagen (Stalingrad und Nordafrika) bekommt auch Baasem den Krieg in aller Härte zu spüren. Die Zahl der in den Städten ausgebombten Menschen, die in den Dörfern Unterkunft finden, wird immer größer. Das hat zur Folge, dass nun jeder Familie die ihr zustehenden Lebensmittel stärker rationiert werden. Da immer mehr Männer eingezogen werden, obliegt den Frauen und Jugendlichen die Feldarbeit. Den größeren Bauernhöfen werden polnische, russische und französische Kriegsgefangene als Knechte zugewiesen.

Lebensmittelkarte hier für Speisekartoffeln, die zu Kriegsbeginn ausgegeben wurden

Lebensmittelkarte hier für Speisekartoffeln, die zu Kriegsbeginn ausgegeben wurden

14.09.1944
Bei Baasem bringen deutsche Artilleristen ihre Kanonen in Feuerstellung. 5 Tage später treffen feindliche Granaten eine Reihe Häuser im Umkreis der Schule.

18.10.1944
Die Nordwand der Kirche wird von einer Granate getroffen, dabei wird das Kirchendach beschädigt.

16.12.1944
Die Ardennen-Offensive beginnt. Beim Gegenangriff der Amerikaner geraten die Dörfer verstärkt unter Beschuss. In Baasem werden 3 Häuser durch Bombentreffer beschädigt, dabei werden 4 Bewohner verletzt und einer getötet.
Der abseitigen Lage Baasems, die in der Vergangenheit, wie auch heute noch, manche wirtschaftlichen Nachteile beschert hat, erweist sich nun als Vorteil. Denn Baasem kommt im Vergleich zu anderen Dörfern (z.B. Stadtkyll oder Dahlem) im Krieg glimpflich davon.

6.03.1945
Die Amerikaner ziehen in Baasem ein, ohne auch nur einen Schuss abzugeben. Nun müssen die Bewohner eng zusammenrücken, da die Amerikaner eine Reihe Häuser besetzen. Der 2. Weltkrieg hat von den Baasemern 20 Gefallene, 9 Vermisste und 4 Ziviltote gefordert.

ab 1945
Wie bereits nach Ende des 1. Weltkrieges so lebt auch jetzt der Schwarzmarkthandel wieder auf. Es bilden sich regelrechte Schmuggelbanden. Gegen Eier und Butter werden in Belgien andere notwendige Nahrungsmittel sowie Kaffe und Zigaretten eingetauscht.

März 1946
Der Schulbetrieb wird nach 18-monatiger Unterbrechung wieder aufgenommen.

Die Schule „Auf dem Stein“, die 1863 erbaut worden ist

Die Schule „Auf dem Stein“, die 1863 erbaut worden ist

Sept. 1946
Die erste Fußwallfahrt nach Heimbach wird gemacht, als Dank dafür, dass Baasem während des Krieges vor größeren Schäden verschont geblieben ist. Diese Tradition hat sich bis heute halten können.

ab 1948
Nach der Währungsreform erholt sich die Wirtschaftslage allmählich wieder. Die Baasemer Landwirte müssen sich die Grundlage für eine ausreichende Existenz neu schaffen. 1950 ist immer noch die Hälfte der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig (220 erwachsene Personen). Für die Nicht-Landwirte Baasems verlaufen die ersten Nachkriegsjahre unterschiedlich. Handwerker haben genügend Aufträge. Mancher Arbeiter findet ebenfalls in der Umgebung eine feste Beschäftigung, während andere ohne Beschäftigung sind und Arbeitslosenunterstützung beziehen müssen.

1950 -1960
Während dieser Zeit haben etwa 100 Personen Baasem verlassen und sind in Städte mit besseren Arbeitsbedingungen verzogen.

1969
Für Baasem ein ereignisreiches Jahr. Die Baasemer Schule schließt endgültig ihre Pforten und die Baasemer Kinder müssen nun nach Dahlem zur Schule fahren. Baasem verliert seine Eigenständigkeit und ist nun Ortsteil der Gemeinde Dahlem.

Ansicht der1958 renovierten Schule „Auf dem Stein“. Nach ihrer Schließung wurde sie 1981 von Familie Kaufmann erstanden und zu einem Kinderheim umfunktioniert.

Ansicht der1958 renovierten Schule „Auf dem Stein“. Nach ihrer Schließung wurde sie 1981 von Familie Kaufmann erstanden und zu einem Kinderheim umfunktioniert.



1970-1980

In diesen Jahren herrscht in Baasem ein reges Vereinsleben. Neben dem Musikverein "Lyra" gibt es einen Männergesangsverein, einen Kinder-/Jugendchor, ein Mandolinenorchester, eine Gitarrengruppe, eine Zither- und Hackbrettgruppe, zwei Volkstanzgruppen, einen Theaterverein, zwei Freizeitmannschaften (Fußball), den Eifelverein und den Heimatverein.




1978

In diesem Jahr wird das 1111-jährige Bestehen Baasems mit einem großen Dorffest begangen.
Die Familienstätte St. Ludger wird eingeweiht.

Die Familienstätte St. Ludger

Die Familienstätte St. Ludger

seit 1980
Baasems Neubaugebiete füllen sich nur sehr schleppend, was nicht zuletzt daran liegt, dass die Infrastruktur (Geschäfte, Ärzte, Apotheke, Kindergarten, Schule, öffentliche Verkehrsmittel…) im nahen Dahlem um ein vielfaches besser ist. Dadurch hat sich Baasem seinen dörflichen Charakter weitgehend erhalten können. Baasem ist auch heute noch ein sehr geselliges Dorf, dass sich, wie ein Auswärtiger einmal sagte, "immer wieder einen Grund zum feiern sucht".

1990/1993
Das Heimatbuch "Baasem - Rückblick und Gegenwart", herausgegeben vom Heimatverein unter maßgeblicher Federführung von Dr. Heinz Renn und Wilhelm Steinkemper, erscheint. Drei Jahre später folgt die Veröffentlichung "Baasem - Seine Häuser und die Bewohner", ebenfalls vom Heimatverein herausgegeben und von Wilhelm Steinkemper bearbeitet.

2005
An verschiedenen Stellen im Ort werden Dorfverschönerungsmaßnahmen durchgeführt.

Umgestaltung des Kreuzungsbereichs Hüttenstraße, Höhenstraße, Fuchsgasse

Umgestaltung des Kreuzungsbereichs Hüttenstraße, Höhenstraße, Fuchsgasse

2007
Heute ist Baasem ein Ort mit ca. 530 Einwohnern

Geschichte der Pfarrkirche Baasem

Schmuckstück Baasems ist die Pfarrkirche, die nicht nur geographisch gesehen den Mittelpunkt des Dorfes bildet.

Blick auf die Kirche von der Held aus

Blick auf die Kirche von der Held aus

um 700
Im Zuge der Christianisierung haben die Baasemer wahrscheinlich um 700 das Christentum angenommen, und sie werden sich vermutlich auch eine Kapelle gebaut haben.

um 1200
Es wird eine einschiffige steinerne Kirche im romanischen Stil errichtet. Von diesem Gotteshaus sind noch die beiden Untergeschosse des Westturmes, Teile der Nordwand und des nördlichen Chores erhalten.

um 1300
Im "Liber Valoris", einem Verzeichnis der Kirchen der Erzdiözese Köln, die diesem abgabepflichtig sind, wird Baasem als Kapellenort genannt. Die Pfarrkirche, zu der Baasem damals gehörte, stand in Alendorf. Im Laufe des 14. Jh. wird Kronenburg die für Baasem zuständige Pfarre.

1448
Die Baasemer Kapelle wird "Liebfrauenkirche" genannt.

1485/86
Baasem wird Kapellen-Vikarie mit einem eigenen Geistlichen, der auch in Baasem Wohnung bezieht. Im gleichen Zeitraum erfolgt der Anbau einer Kapelle und die Stiftung eines Altares

um 1510
Das bestehende Gotteshaus wird von den Baasemern erweitert. Aus der einschiffigen Saalkirche wird eine zweischiffige spätgotische Hallenkirche. Sie besteht einmal aus dem alten nördlichen Chor und zum zweiten aus dem größeren Chor des Südschiffes, der jetzt Hauptchor wurde.
Die Kirche besitzt das "reichste spätgotische Gewölbe unter den Eifeler Dorfkirchen"(die Kirchenzeitung Köln, Ausgabe 44/06).

1559
Auf den beiden romanischen Untergeschossen des Turmes werden die beiden oberen Geschosse errichtet.

1625
Ein neuer Marienaltar wird errichtet der laut Sockelinschrift von zwei "Greffinen" (Gräfinnen) gestiftet worden ist. Die heute in der Mittelnische stehende Steinfigur der Muttergottes ist bereits vor 1870 nach dem Diebstahl der ursprünglichen Figur erstanden worden. Die Aufstellung des Marienaltares links vom Hauptaltar geht auf eine besondere dogmatische Auffassung zurück: Maria steht nicht auf dem Hauptaltar der Dreifaltigkeit, sondern an der Seite Gottes. Wann der Altar in den Nordchor gestellt wurde, kann nicht gesagt werden. Im Jahre 1687 steht in einem Visitationsbericht: "…außerhalb des Chores …in der Mitte der Muttergottes Altar…." Im gleichen Bericht ist auch vermerkt, dass die Kirche 5 Altäre hat.

1659
Am Fest Maria Heimsuchung wird Baasem Mutterkirche und damit eigene Pfarrei. Die Kirche wird zu Ehren der Geburt Mariens geweiht.

1786
Am Kirchturm werden Bau-Reparaturen durchgeführt. In der Folgezeit können weitere notwendige Reparaturen wegen Geldmangel nicht durchgeführt werden und die Bausubstanz, insbesondere das Deckengewölbe, leidet nachhaltig darunter.

1832
Die Außenmauern werden erhöht und das Dach wird erneuert. 3 Strebepfeiler auf der Südseite werden durch Ummantelungen verstärkt. Wegen Geldmangel können Rippen und Kappen des herabstürzenden Gewölbes über der jetzigen Sakristei nicht erneuert werden. Dieser Teil wird nur verputzt.
Die erste, von dem damaligen Pfarrer Müller selbst gebaute Orgel wird auf einer Empore an der Westseite der Kirche installiert (nicht die heutige Empore).

1833
Die Sakristei auf der Nordseite wird abgerissen. Die neue, nur provisorische Sakristei befindet sich jetzt hinter dem Hochaltar, bevor 1872 eine ganz neue Sakristei in "romanisch-gotischer" Bauweise auf der Südseite gebaut wird.

1833
Der Nordchor wird 1890 im Zuge der Umgestaltung des gesamten Chorraumes in die heutige Sakristei umgewandelt. Der Anbau auf der Südseite wird 1913 abgerissen.
Ein neues Vorhaus wird errichtet. Die heutige, 8-stufige Vorhalle wird 1890 gebaut.

1845
Die Kirche erhält von Münstereifel eine Reliquie des hl. Donatus,einem Märtyrer, der zur Abwehr von Blitzschäden angerufen wird.

1862 - 1887
Während dieses Zeitraums wird der heutige "neugotische" Hochaltar nach einem Entwurf von Architekt Wiethase aus Köln angefertigt und aufgestellt.

1890
Der Marienaltar wird vor die Sakristei gesetzt. Die Orgel wird über der Sakristei installiert. Um 1905 erhält die Pfarre eine noch gut erhaltene Orgel aus der Pfarre Jakobbüllesheim, die mit Teilen der alten Orgel verbunden wird. Diese "neue" Orgel findet ihren Platz auf der jetzigen Empore.

1964
wird dort die heutige, von Orgelbaumeister Ernst Seifert erbaute Orgel installiert.

1893
In der Kirche sind nur noch der Hochaltar und der Marienaltar vorhanden.

1895/96
Der Kreuzweg wird aufgestellt und feierlich eingeweiht.

um 1910
Das Langhaus der Kirche erhält neben den bereits seit 1893 vorhandenen 3 bunten Fenstern des Chorraumes weitere Motiv-Fenster. Diese werden aber infolge des 2. Weltkrieges alle zerstört. Eine Notverglasung diente lange Zeit nach diesen Zerstörungen als Behelf.

1914
In der Kirche wird elektrisches Licht installiert.

1926
Eine Luftheizung wird eingebaut, diese wird erst 1972/73 auf Öl umgestellt.

1941
Es wird ein neuer Weg zur Kirche angelegt.

1948
Die Spendenfreudigkeit des Dorfes macht es möglich, dass neue Fenster, aber ohne Ornamente, eingebaut werden können.

1955/56
Die Kirche erhält ein elektrisches Geläute.

1976
Im untersten Geschoss des Turmes wird die Leichenhalle eingerichtet.

1978
Die Friedhofsmauer wird an der Süd- und Nordseite ausgebessert.

1984
Der Kirchgang wird neu gepflastert und der Weg vom Parkplatz zum Kircheneingang wird neu angelegt.

1984/86
Die Kirche erhält neue Kirchenfenster.

1989
Die wegen der zu starken Blendwirkung der alten Chorfenster am Hochaltar angebrachten Sperrholzplatten werden entfernt und so kommt das neugotische Schnitzwerk wieder voll zur Geltung.

1993-1995
Da umfangreiche Sanierungsmaßnahmen am Deckengewölbe, an den Kirchenmauern, an einigen Fenstern, sowie Erneuerungen an der Heizungsanlage notwendig sind, wird die Kirche am 25.07.1993 geschlossen.

1993-1995
Die Gottesdienste werden im Pfarrheim gehalten. An Weihnachten finden die Gottesdienste im Saal Baum statt. Die Kinderkommunionen der Baasemer Kinder werden 1994 in Berk und 1995 in Kronenburg gefeiert.

1995
Ende 1995 sind die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen in der Kirche beendet und das kirchliche Leben kann nach der feierlichen Altarweihe wieder im gewohnten Rhythmus verlaufen.

1995
Im Anschluss an die umfangreichen Innenarbeiten erhält die Kirche 1997 einen neuen Außenanstrich.

2005
Nach langwierigen Planungen im Vorfeld kann die Erneuerung der Friedhofsmauer durchgeführt werden.

Kontakt/Postanschrift:
Arbeitskreis Kultur & Geschichte
-Rathaus-
Schmidtheim, Hauptstr. 23
53949 Dahlem

Tel.: (0 24 47) 95 55 0
Fax: (0 24 47) 95 55 55

Kultur & Geschichte