Kultur und Geschichte - Heft 5


Inhaltsverzeichnis


I

Oh Jugendzeit…!


II

In Huus un Hoff


III

Im Märzen der Bauer…


IV

Gott segne das ehrliche Handwerk und andere Dienste


V

Nach alter Väter Sitte…


VI

Krätzcher un Verzellches

Noch heute wird in allen Orten geklöppert, wie hier in Frauenkron.jpg

Noch heute wird in allen Orten geklöppert, wie hier in Frauenkron.jpg


Vier Schuster unserer Gemeinde demonstrieren ihr Handwerk

Vier Schuster unserer Gemeinde demonstrieren ihr Handwerk


  Vorwort

 "Eine gute Erinnerung kann nicht schaden", heißt ein altes Sprichwort. So dachte auch der Arbeitskreis für Kultur und Geschichte in der Gemeinde Dahlem, als er beschloss, dem Alltagsleben einer fast vergessenen Zeit nachzuspüren. Endgültig vorbei, fast vergangen, gerade mal 50 oder 60
Jahre her - und doch bereits am Rand des Vergessens.


Kindheits- und Jugenderinnerungen stehen naturgemäß an erster Stelle dieses Buches, wenngleich schon hier deutlich wird, dass unser Erinnerungsvermögen an seine Grenzen stößt. Ja, wie war das doch damals noch, sagte so mancher, der in diesem Zusammenhang um seine ganz persönlichen
Erinnerungen gebeten wurde.

Schwerpunkte der Nachforschungen waren dann unter anderem alte, zum Teil ausgestorbene
und kaum mehr praktizierte Berufe, denen die jetzt noch lebende ältere Generation und unsere Vorfahren nachgegangen sind und die seinerzeit in unseren Dörfern allgegenwärtig waren, Alltag eben.
Weiterhin sollten Arbeitsabläufe in Haus, Hof und Feld vorgestellt werden, die deutlich belegen, dass es in den letzten Jahrzehnten einen radikalen Wandel in allen Bereichen ländlichen Lebens gegeben hat. Das gilt auch für Sitten und alte Bräuche. Sie haben sich gewandelt, letztere sind größtenteils bereits verschwunden, führen ein relikthaftes Dasein oder sind an die moderne, an Konsum orientierte Verhältnisse angepasst. Am meisten unbeschadet blieb dagegen das Brauchtum mit religiösem
Hintergrund, wenngleich auch hier gravierende Veränderungen beginnen sich zu vollziehen, deren Ursachen im Einzelnen aufzuzeigen hier nicht der Ort ist.

Ein besonderes Augenmerk wurde zudem auf das Zusammentragen alter Erzählungen und
Geschichten gelegt, auf "Krätzcher" und "Verzellches", die naturgemäß gekoppelt sind an eine ganz bestimmte Erzähltradition, wie es sie in unserer modernen und schnelllebigen Zeit so nicht mehr gibt, und die deshalb drohen, endgültig in Vergessenheit zu geraten. Und dennoch: "Erzähl mir was von früher!" hört man heute wieder häufiger sagen. Es ist die Lust auf Echtes, Unverfälschtes, auf Wirklichkeit aus erster Hand, auf hier vor Ort Erlebtes - nicht medial bearbeitet und umgebogen, nicht über Dritte vermittelt und gefiltert. Die Nähe von Berichterstatter
und Zuhörer im Erzählakt lässt letzteren das Erzählte so miterleben, als wäre er selbst dabei.

Es erschien sinnvoll, auch unsere Archive zu durchstöbern. Dabei stießen wir auf die schriftlichen
Nachlassenschaften zweier uns allen bekannte Heimatforscher. Der eine ist der ehemalige Ortsvorsteher von Schmidtheim, Johann Müller, der bis zu seinem Tode ein eifriger Sammler besonders von Erzählungen, kleinen amüsanten Geschichten und Sagen aus dem Schmidtheimer Raum war. Der andere ist der ehemalige Lehrer Peter Zimmers, vielen noch in Erinnerung als Mitherausgeber des Dahlemer Heimatbuches und Autor so manchen Aufsatzes über den Alltag in früherer Zeit. Beiden sei mit den Texten, die wir hier zum Teil zum ersten Mal veröffentlichen, ein
bleibendes Denkmal gesetzt.

Der Arbeitskreis glaubt, dass die Herausgabe des vorliegenden Buches nicht nur unterhaltsam, sondern recht nützlich und eigentlich dringend geboten ist, soll nicht das Vergessen zum großen Schweigen führen, wenn gefragt wird: "Erzähl mir was von früher!"

Bodo Bölkow und Sonny Klimpel

Kontakt/Postanschrift:
Arbeitskreis Kultur & Geschichte
-Rathaus-
Schmidtheim, Hauptstr. 23
53949 Dahlem

Tel.: (0 24 47) 95 55 0
Fax: (0 24 47) 95 55 55

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